Logo and Graphics Generator
Themen: Adipositas, Übergewicht, Abnehmen mit und ohne Magenband

Esszwang
 

 

Dicke Seiten, Es ist Zeit, Uhr

Es ist Zeit
sich das Leben zu NEHMEN,

es kann so schnell zu Ende gehen, also verplempere es nicht länger mit Essanfällen!

Das bedeutet aber nicht, sich jetzt Schuldgefühle machen zu müssen, schließlich gab es bisher einen guten Grund für die Essanfälle. Wer glaubt, er sei an allem Schuld, schreibt sich magische Kräfte zu! Deshalb: Verantwortung sollte man nur an der Stelle übernehmen, wo es angebracht ist und sie ansonsten da lassen, wo sie ist. Eine gute Freundin beschrieb dies mit dem Beispiel der verschiedenen Paar Schuhe: man kann sich durchaus mal fremde Schuhe ausleihen und diese ein paar Stunden oder Tage lang tragen, aber letztendlich sollte man zu seinen eigenen Schuhen zurück kehren.

Oft hat die angebliche Nächstenliebe ohnehin eher was mit den eigenen Selbstwertproblemen zu tun, ist man nicht leicht geneigt, "ja" zu sagen, dem Anderen einen Gefallen zu tun, um sich damit vermeintlich seine Zuneigung zu verdienen? Dies ist jedoch eine Milchmädchenrechnung, die nicht aufgeht. Solange ich nur überlege, was die Anderen wohl über mich denken, werde ich nie sicher auf meinem Surfbrett stehen!

Dieser Gedanke bringt mich direkt auf den nächsten:

      

Schuld- und Schamgefühle  

Schämt man sich oder hat nicht angebrachte Schuldgefühle, kann man sich in der Regel schlecht durchsetzen, weil man eben die Achtung oder Zuneigung Anderer über Leistung zu erringen versucht.
Lässt man dagegen sein Suchtmittel weg und damit zu, dass die Schuld- und Schamgefühle überhaupt für einen selbst wahrnehmbar werden, kann man sie sich genau auf ihre Berechtigung hin ansehen, durchstehen und auf diesem Weg innere Freiheit erlangen!

     dicke Seiten, Esszwang, Zweifler   

Achten sollte man hierbei auch auf die allseits so beliebte Falle der "Alles-oder-Nichts-Ansprüche", werden sämtliche durchaus vorhandenen Graustufen einfach ausgeblendet oder gar als "Versagen" bewertet, ist die Misserfolgsbilanz naturgemäß riesig!
Ansonsten gilt meiner Erfahrung nach für Schuld- und Schamgefühle das gleiche wie für alle anderen unangenehmen Gefühle: man sollte sie anderen mitteilen, nach Möglichkeit dahin bringen, wohin sie gehören, wenn dies nicht möglich ist, aber wenigstens aussprechen. Damit beweise ich mir zumindest, dass ich mich und meine Gefühle ernst nehme, denn wenn ich das schon nicht tue, wie soll es dann ein Anderer tun?

 

Heiligt der Zweck die Mittel?

An dieser Stelle möchte ich mir die Frage stellen, welchem Zweck meine Sucht gedient hat,

sie muss mir bisher als das kleinere Übel erschienen sein gegenüber der Alternative, sich dem Leben zu stellen und endlich die Verantwortung für mich selbst zu übernehmen, also welche Vorteile haben sich aus dem Esszwang und dessen Auswirkungen (Übergewicht mit physischen und psychischen Folgen) für mich ergeben?
Mir persönlich hat die Sucht Freiräume verschafft, indem sie mir erlaubt hat mich zurück zu ziehen, mich unwohl zu fühlen, nicht zu funktionieren, gierig zu sein, aber sie hat mich auch behindert, indem sie mich meinen Frust schlucken und still halten ließ und jede noch so wünschenswerte Veränderung in meinem Leben blockiert hat. Ohne die Sucht muss ich unpopuläre Entscheidungen treffen und die Reaktionen meiner Umwelt darauf aushalten. Gleichzeitig aber erhalte ich auch durch die Aufgabe meiner Sucht, so paradox das klingen mag, die Chance, meine eigene Persönlichkeit weiter zu entwickeln und dadurch die Achtung meiner Mitmenschen zu erringen und, was noch viel mehr wiegt, mein Selbstwertgefühl steigt!

 

nach oben

 

 

 
© Copyright 2004-2008 H. Wiese und deren Lizenzgeber, alle Rechte vorbehalten