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Themen: Adipositas, Übergewicht, Abnehmen mit und ohne Magenband

Magenballon
 
 

 

Der Magenballon (BIB-System)

OP-Tisch

 
 

Was ist ein Magenballon?

Der Magenballon ist ein dehnbarer, weicher Silikonballon mit einem kleinen Schlauch dran und einem speziellen Füllsystem und soll dem adipösen Patienten die Einhaltung einer Diät zur Gewichtsreduktion erleichtern.
Der Ballon nimmt einen Teil des Platzes im Magenraum ein und vermittelt so dem Patienten ein Gefühl der Sättigung.

Das Einsetzen des Magenballons

Wenn die vorausgegangene Magenspiegelung keine Gegenindikationen ergeben hat, kann der Magenballon (im ungefüllten Zustand) mit dem Schlauch daran durch den Mund und die Speiseröhre in den Magen eingeführt werden. Dies geschieht ohne chirurgischen Eingriff ähnlich wie bei einer Magenspiegelung einfach durch Schlucken. Hierbei wird eine Oberflächenbetäubung vorgenommen und evtl. Medikamente zur Muskelentspannung verabreicht.
Ist der Ballon im Magen angekommen, wird er durch den Schlauch mit einer sterilen Kochsalzlösung aufgefüllt. Diesen Schlauch entfernt der Arzt nach dem Füllvorgang durch vorsichtiges Ziehen wieder aus dem Körper des Patienten, so dass nur der Ballon im Magen verbleibt.
Der ganze Prozess dauert ca. 20 – 30 Minuten, danach wird der Patient nach einer kurzen Beobachtungsphase nach Hause entlassen.


Für wen ist der Magenballon geeignet?

Das BIB-System ist gedacht für Patienten, die mindestens 40 % über ihrem Idealgewicht liegen oder aber einen BMI von mindestens 30 aufweisen und die mit den konservativen Abnehmmethoden keine dauerhafte Gewichtsreduktion erzielen konnten.
Sinnvoll kann der Einsatz eines Magenballons auch sein für Patienten mit einem massiven Übergewicht, denen ein chirurgischer Eingriff bevorsteht. In diesem Fall kann die vorhergehende Gewichtsabnahme mit Hilfe eines Magenballons das Operationsrisiko vermindern.

Wie lange bleibt der Magenballon eingesetzt?

In der Regel bis zu 6 Monaten. Durch die Magensäure wird im Laufe der Zeit das Ballonmaterial geschwächt, so dass es zu einem Leck (Deflation) kommen kann. Ggf. muss dann der Ballon ersetzt werden. Oft wird vom Arzt der Kochsalzlösung, mit der der Ballon gefüllt wird, ein Farbstoff zugegeben, der bei einer Deflation den Urin einfärbt, so dass Lecks frühzeitig entdeckt werden können.
Nach einer Deflation ist der Ballon in der Regel klein genug, um auf natürliche Weise durch den Darm ausgeschieden werden zu können.
Normalerweise aber wird der Ballon nach spätestens 6 Monaten durch die Speiseröhre und den Mund entfernt, so, wie er auch eingesetzt worden ist. Dabei wird wieder nach einer Oberflächenbetäubung und der Verabreichung von Muskelrelaxantien endoskopisch ein Katheter eingeführt, mit dem der Ballon punktiert und somit entleert wird. Im leeren Zustand kann er dann einfach herausgezogen werden.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Nach dem Einsetzen des BIB-Systems können ein paar Tage lang Übelkeitsgefühle auftreten, gegen die aber medikamentös vorgegangen werden kann.

  • Es besteht die Möglichkeit nur wenig oder gar nichts abzunehmen, nämlich dann, wenn der Patient nicht mitwirkt und sein Essverhalten und seine sonstigen Lebensgewohnheiten nicht verändert.

  • Möglich ist auch eine zu große Gewichtsabnahme, die zu gesundheitsschädlichen Folgen führen könnte. Eine Absprache mit dem behandelnden Arzt ist erforderlich!

  • Wie bei allen gastrischen Verfahren kann die Verdauungstraktauskleidung verletzt werden, was zu Geschwüren, Schmerzen, Blutungen oder Perforation führen kann. Tritt eine solche Komplikation auf, muss den Beschwerden medizinisch oder chirurgisch abgeholfen werden.

  • Gelangen Bakterien in die Kochsalzlösung, mit der der Ballon gefüllt ist, kann es zu Fieber, Durchfällen oder Krämpfen kommen, sobald sich der Ballon entleert und die Bakterien dadurch in den Darm gelangen.

  • Im Falle einer Deflation kann unter Umständen der Magenballon im Darm stecken bleiben und einen Verschluss verursachen. In diesem Fall muss er operativ entfernt werden.

  • Nach Entfernen des Magenballons kann eine Gewichtszunahme erfolgen, wenn nicht vorher eine Ernährungsumstellung und Änderung der Verhaltensgewohnheiten des Patienten erfolgt ist.

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